Bryce und Glen Canyon | 04. – 10.09.2011


Bryce Canyon 4. – 7. September
Zur Abwechslung mussten wir heute mal nicht so lange fahren (nur 180km). Deshalb konnten wir es am morgen gemütlich nehmen. Trotz einigen Halts erreichten wir unseren Campground im Bryce Canyon am frühen Nachmittag. Die Temperaturen hier waren schon etwas kühler, aber immer noch angenehm bei Sonnenschein. Am Nachmittag erkundeten wir kurz die Umgebung und planten die nächsten beiden Tage im Nationalpark. Da Sonntag war und am Montag noch ein Feiertag, hatten die Läden (respk. der Supermark, den wir extra angesteuert hatten und dafür noch 20 Meilen Umweg gefahren sind) geschlossen. Der General Store im Nationalpark hatte leider auch kein Fleisch und so blieb der Grill für drei Tage arbeitslos (Adrian hatte gar keine Freude :-)). Neben uns waren noch zwei junge Schweizer, mit welchen wir den Abend bei einem Glas Wein verbrachten.

Am nächsten Morgen blieben wir dann doch noch einige Minuten länger liegen, als geplant. Eigentlich wollten wir für einmal nicht in der Mittagssonne wandern, sondern früh morgens, wenn es noch etwas kälter war. Aber eben, unser Vorhaben blieb ein Vorhaben…
Da aber das Wetter nicht gut aussah, war es auch nicht weiter tragisch. Ungemütlich war nur die Tatsache, dass es hier viele Blitze hat und es nirgendswo die Möglichkeit gibt unter zu stehen. Auf den Infotafeln steht überall, dass man sofort in ein Gebäude soll, wenn es anfängt zu Gewittern. Kann man dann, wenn man mitten auf der Wanderung ist und 1.5h weit entfernt ist von einem Gebäude. Obwohl wir keine Regensachen dabei hatten, und wir dachten, dass wir nass werden würden, starteten wir die 3 stündige Wanderung. Die Aussicht ist wirklich gigantisch und für beide war der Bryce Canyon bis jetzt der Favorit. Wunderschön! Kaum waren wir fertig gewandert und sassen wieder im Shuttlebus fing es an zu regnen. Wau, wir hatten wieder mal ein Riesenschwein. Den Nachmittag verbrachten wir wegen dem Regen im Camper und hatten das erste mal seit langem wieder mal drinnen gegessen. In der Nacht mussten wir dann auch zum ersten mal die Heizung anstellen. Es war doch ein wenig kühl :-)).

Am nächsten Morgen machten wir uns mit langen Hosen (!) und Fasi auf eine kleinere Wanderung. So fuhren wir mit dem Shuttlebus bis zu unserem Startpunkt und kaum ausgestiegen, wollten wir das erste Foto schiessen. Es wäre zwar das gleiche wie gestern gewesen, doch heute war blauer Himmel im Gegensatz zum grauen Himmel von gestern. Aber irgendwie wollte es nicht knipsen. Ha, da war keine Speicherkarte drin. Na nu! Adrian sagte mir noch heute morgen, dass ich für die Kamera zuständig bin. (das bin ich übrigens seit Peking, wo ich sie vergessen hatte). Ich war ja auch ganz stolz, dass ich am morgen noch den Akku geladen hatte und den Akku auch wieder zurück in den Apperat getan habe. Aber da Adi gestern die Fotos noch auf dem Laptop geladen hat, war die Speicherkarte also noch im Lap Top. Mhhhh…. Ihr hättet mal Adrians Gesicht sehen sollen … ok, ich war für die Kamera verantwortlich, also hätte ich gemäss Adrian auch kontrollieren sollen, dass alles drin ist. Doch ich gehe davon aus, dass wenn jemand die Speicherkarte weg nimmt, auch wieder rein tut. Einerseits waren wir beide angepisst, doch wir (also vorallem ich) nahm es mit Humor. Wir haben einfach eine andere Auffassung von Verantwortlichkeit. Klar hätte es heute mit dem blauen Himmel super Fotos gegeben, doch wir werden es einfach in unseren Köpfen behalten. Natürlich hörte ich noch 100 mal, was meine Aufgabe gewesen wären. Ich überlasse es Euch, wer Schuld hat, dass ihr nun keine Fotos von heute morgen habt :-). Die Wanderung war nur ca. eine Stunde lang, doch es ging nicht lange, da schwitzten wir und hätten uns erhofft, die kurzen Hosen montiert zu haben.
Für den Nachmittag war eine Quad(ATV)-Tour geplant. Adrian wollte dies unbedingt machen und ich habe ihm zu liebe mitgemacht. Und natürlich fing es auch heute Nachmittag an zu regnen und zwar genau dann, als wir den Camper verlassen haben. So konnten wir wenigstens noch die Regenjacke mitnehmen. Fünf Minuten bevor die Tour los ging fing es an zu Gewittern und Hageln. Unser Guide erzählte uns dann auch noch, dass vor zwei Wochen ein Mann vom Blitz getroffen wurde und gestorben ist auf einer Tour. Toll, und warum konnten wir dann nicht noch 5 Minuten warte mit losfahren? Aber irgendwie erhörte und der Wettergott und es hörte auf zu regnen und der Sonnenschein kam sogar hervor als wir auf diesem Ding sassen. Dann konnte es losgehen. Wir waren zu fünft auf der Tour und zum Glück war es eine Tour und nicht eine Offroad-Ralley. Ich muss zugeben es hat auch Spass gemacht. Adrian hätte zwar lieber noch mehr Hügel und Gestein gehabt, aber mir war es nur allzulieb so :-).
Am Abend beschlossen wir auswärts Essen zu gehen (damit es wieder Fleisch gibt :-)). Wir haben zwar gelesen, dass es eine Cowboy-Show dazu gibt, aber irgendwie haben wir das ganze etwas anders vorgestellt. So mussten wir bei der Reservation bereits angeben, was wir Essen (es gab 4 Menüs zu Auswahl). Als wir in das Restaurant kamen, war uns allerdings klar was uns erwartete. Wir wurden an einen Tisch mit fünf anderen Schweizern gesetzt. Um 19:45 gab es eine Pre-Show. Naja das war amerikanisches Entertainment. Um 20 Uhr gab es das Essen und wir hatten kaum den letzten Bissen runter, hat die „Show“ angefangen. Es war allerdings keine Show, sondern mehr ein Country-Musik Abend. Naja :-). Adrian hatte sein Steak, also war der Abend ein Erfolg ;-). Über den Rest geben wir besser keine Kritik ab :-).

Glen Canyon 7. – 10. September
So heute war es soweit und ich wagte mich hinter das Steuer. Da wir einen Teil auf dem selben Weg zurück mussten, wie wir gekommen waren, wusste ich zumindest, dass die Strassen genügend breit waren :-). So fuhr ich doch 1.5 Stunden ohne Schaden und dann wechselten wir, denn ich hatte auch noch meine Beifahrerarbeiten zu erledigen: Reiseführer lesen, Landschaft anschauen, gefahrene Kilometer berechnen und Reisebericht schreiben (ok, heute hatte ich keine Lust dazu, und spielte stattdessen Solitaire). Ihr seht, auch als Beifahrer wird es einem nicht langweilig (sofern man nicht Adrian heisst ;-)). Auf alle Fälle war ich doch froh, konnte ich etwas Fahrpraxis gewinnen.
Und endlich kamen wir heute in einem etwas grösseren Städchen an, welches einen Supermarkt hatte. So konnten wir uns wieder mit Fleisch und sonstigem Notwendigem eindecken. Nachdem wir beim McDonalds zu Mittag gegessen hatten, besuchten wir noch den Horseshoe Bend (enge Kehre des Colorado River). Nach einigen Metern, nachdem wir wieder losgefahren sind, hörten wir einen lauten Knall. Beide dachten, dass nun die Mineralflaschen runter gefallen sind. Doch dann gleich nochmal. Adrian sah, dass es die Tür aufgerissen hat und an die Wand schlägt. Ihr könnt 2x raten, wer natürlich die Türe nicht richtig zugeschlossen hat (genau ich :-)). Mitten auf der Strasse hielt Adrian an und ich rannte nach hinten, aus der Tür, um zu schauen, ob nicht noch Schuhe rausgeflogen sind. Denn diese haben wir direkt neben der Türe. Aber zum Glück nicht und am Camper hat es auch nichts gemacht. Zum Glück, so konnte sich Adrian wieder beruhigen ;-).
Um 16 Uhr kamen wir dann in unserem Campground an. Direkt am Lake Powell. Natürlich suchten wir sofort den Badestrand und hüpften zur Abkühlung schnell in den See. Die Temperaturen sind in der Zwischenzeit wieder angestiegen. Und zum Nachtessen gab es dann endlich wieder Grillfleisch :-).

Heute ist bereits der 8. September und da wir eine geführte Tour zum Antelope Canyon gebucht hatten war nichts mit ausschlafen. Am Treffpunkt angekommen, merkten wir, dass wir erneut in einer anderen Zeitzone sind. Denn es war niemand am Treffpunkt. Aber zum Glück waren wir eine Stunde zu früh da. Gestern hatten wir noch davon gesprochen, dass der Sonnenuntergang so spät war. Nun wussten wir auch warum :-). Eine Stunde später sah dann die Situation ganz anders aus. So viele Menschen hätte wir nicht erwartet. Da anscheinend kein Individualtourismus mehr in den Canyon gehen darf, mussten wir auf diese Tour gehen, damit wir den Upper Antelope Canyon sehen konnten. Das Land gehört den Navajos (Indianervolk) und wird auch von ihnen geführt. Deshalb bezahlt man auch für alles etwas mehr. Was ja auch ok ist. Aber diese Menschenansammlung (und was für komische Touristen aus aller Welt) am Treffpunkt liesen uns erahnen was uns erwartet. Und so war es auch. Nach so viel Zweisamkeit und fernab der Menschenmassen und grossen Städten in den letzten Wochen waren wir wohl etwas Menschenscheu. So waren wir nicht ganz unglücklich als wir nach zwei Stunden wieder in unserem Reich zurück waren. Doch die Abfahrt war etwas holprig da wir einem Tour-Bus ausweichen mussten und so öffneten sich alle Staufach-Törchen und das Geschirr darin sprang herum. Viel Viel Glück hatten wir, dass nichts heraus gefallen ist und alles noch ganz war (heute war ich aber unschuldig ;-)).
Den Nachmittag verbrachten wir am See. Dank den Wolken, die inzwischen aufgezogen sind, war es auch ganz erträglich in der Sonne zu liegen. Das nennt man Erholung.

Die geplante „braune“ Sauce zum Nachtessen habe ich völlig vergessen zu kochen. Also musste ich dies noch nachholen und inzwischen wurde natürlich das schon servierte Essen kalt. Beim riechen, wie die braune fertig Sauce schmeckt, kam ich mit dem Kinn an die heisse Pfanne. Ei ei ei ei. Autsch. Aber wie Adrian ja immer richtig sagt, habe ich für alles eine Creme dabei. So natürlich auch für Verbrennungen. Hoffen wir mal, dass keine bleibende Erinnerung zurück bleibt und der Strich am Kinn schnell wieder weg ist.

Am nächsten Morgen konnten wir es gemütlich nehmen, denn die Abfahrt zum gebuchten Bootstrip zur Rainbow Bridge war erst um 12.30 Uhr.

Doch da der Sonnenaufgang so extrem früh war, waren wir erneut unsicher, ob unsere Uhren richtig gestellt sind.
Die Bootsfahrt dauerte über zwei Stunden pro Weg und führte uns auf dem Lake Powell zur Rainbow Bridge. Rund herum waren schwarze Wolken und Blitze zu sehen. Wir hatten wieder mal Glück und hatten nur einige Regentropfen abbekommen. Dieser von Natur geschaffene Steinbogen ist für die Indianer ein sehr religöser Ort. Auch hier ist es wieder ein Wunder was die Natur geschaffen hat. Nach einer Stunde Aufenthalt mussten wir die lange Rückfahrt antreten. Relativ groggy hatten wir dann ein spätes Nachtessen und mein Strich am Kinn wurde leider noch röter. Adrian meint aufbauend, dass es ein Doppelsmile ist, aber leider ist es nur ein unbeweglicher Strich…

Wetter: wetter
Anzahl Reisetage: 7

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