Yellowstone | 16. – 19.09.2011


Da wir gestern über 600 Kilometer gefahren sind, konnten wir es heute (15. September) etwas gemütlicher nehmen. Den Campingplatz haben wir gestern Abend noch telefonisch reserviert. Diese Natelrechnung kommt teuer. Ich erwischte am anderen Ende eine Dame, die ihren ersten Arbeitstag hatte. So dauerte das Telefonat über 10 Minuten…
Die Strecke zum Yellowstone führte uns durch eine nette Gegend bis zum Grand Teton. Da wir schon am Nachmittag ankamen, konnten wir noch etwas faulenzen. Der Camingplatz war während der ganzen Reise der teuerste und derjenige der am wenigsten Privatsphäre bot. So waren wir auch nicht traurig, als wir am nächsten Morgen den Platz wieder verlassen konnten. Die Abfahrt verzögerte sich jedoch ein wenig, da ich gleich meine ganze Familie (alle drei Generationnen) im Skype hatte. Doch leider macht der Laptop lansam schlapp, so funktioniert das Mikrofon und die Kamera nicht mehr. Ist wohl Zeit, dass wir nach Hause gehen :-). Die Fotokamera macht nämlich auch nicht mehr immer das, was wir wollen.

Yellowstone 16.- 19. September
Beim ersten Stopp mussten wir unsere sommerliche Bekleidung ablegen und die langen Hose, Pulli und Faserpelz anziehen…. Brrrr… Da es dann auch noch deftig angefangen hat zu regnen, fuhren wir mehr oder weniger durch bis zum Campground im Yellowstone. Auf der Fahrt lernten wir die 51 Staaten von Amerika auswendig. Das schadet mir sicher nicht für meinen neuen Job, wenn ich mich ein wenig auskenne :-).
Die Temperaturen hier sind sehr winterlich und wir brauchen alle unsere warmen Sachen. Nach dem Nachtessen hatte der Regen etwas nachgelassen und so spazierten wir noch zum See, der nur wenige Meter vom Campground entfernt ist. Im Wissen, dass der Wald hier sehr viele Tiere wie Büffel, Bären, Hirsche, Wölfe und viele andere Tiere beheimatet, ist das spazieren sehr spannend, weil man immer ein Tier erwartet, welches ja dann aber doch nicht einfach so auftaucht, nur weil wir gerne eines sehen würden. Während dem Spaziergang sagte ich zu Adrian noch, dass wir dann den Grill reinnehmen müssen über die Nacht (ich meinte, ich hätte dies gelesen). Die Regeln hier sind sehr streng, denn alles was Bären anlocken könnte, muss verstaut werden. Adrian hat mir natürlich nicht gelaubt. Als wir wieder zurück waren, hatten wir den Grill vor unserer Tür mit einer gelben Warnung dran, dass wir nichts draussen lassen dürfen :-). Bei einem 2. Verstoss würde der Grill konfisziert werden. …Na da hatten wir ja nochmal Glück.

Für die Nacht haben wir uns warm angezogen und die zweit Decke geholt. Von der letzten Nacht wussten wir, dass wir mit der angestellten Heizung in der Nacht nicht ruhig schlafen, weil diese so laut ist. Sogar Adrian hat sein T-Shirt angzogen (und das heisst also was). Ich wäre froh gewesen, wenn ich die rosa-flauschig Kappe doch gekauft hätte heute Nachmittag. Sie war sooooooo flauschig und bequem, aber es hat etwas doof ausgesehen, deshalb habe ich es gelassen.

Die Nacht hatten wir viel wärmer verbracht, als dass wir uns das vorgestellt hatten. Unser Ziel wäre gewesen um 7 Uhr aufzustehen. Denn unser Programm hatte sehr viel vorgesehen für heute. Doch wir schafften es natürlich nicht. Es war einfach zu warm unter der Bettdecke und zu kalt darüber :-). Dennoch waren wir bereits um 8.20 beim ersten Hotspot. Während den verschiedenen Sehenswürdigkeiten hielten wir ständig ausschau nach Tieren. Und plötzlich hatten wir den ersten Büffel am Strassenrand in Sicht. Friedlich frass er auf dem kleinen Wieschen und verschwand dann im Wald. Wau! Wir waren richtig glücklich, hatten wir doch ein Tier gesehen. Und das so nah. Während den 170 Meilen, die wir heute gefahren sind, hatten wir immer das Gefühl, dass jetzt dann ein Bär kommt :-). Doch wir waren schon glücklich als wir noch einen Elch gesehen haben. Einzelne Büffel und auch ganze Büffelherden bekamen wir noch einige Male zu Gesicht. Es bildeten sich jeweils lange Autoschlangen. Neben dem Tierwatching (welches also erfolgreicher war, als auf dem Pazifik) sahen wir noch die eindrückliche Landschaft des Yellowstones, welche sich speziell durch die Geysire, heissen Pools, endlosen Wäldern, Seen und Flüsse auszeichnet.

Während dem Grillieren kam Adrian mit unseren Nachbarn ins Gespräch. Das pensionierte Päärchen hat alles aufgegeben und reist nun für zwei Jahre durch Amerika mit dem Camper und sie haben gerade erst begonnen mit ihrem Abenteuer.

Heute (18. September) standen wir erneut relativ früh auf. Beim Morgenessen besuchte uns ein Hirsch, auf unserem kleinen Vorplätzchen, verschwand dann aber sofort wieder in den Bäumen. Das lies uns gutes Verheissen, dass wir heute Glück haben und einen Bär zu sehen. Den Tag verbrachten wir vorallem mit Besichtigungen der heissen Pools. Leider haben wir vergebens bis am frühen Abend damit gewartet, dass wir noch eine Badepause einlegen können. Denn der einzige Badeort war wegen Hochwasser gesperrt. Leider haben wir auch vergebens nach einem Bär ausschau gehalten. Ich weiss schon warum er nicht gekommen ist. Denn ich durfte die neu gekaufte Kinder-Bären-Song-CD nicht mehr hören. Dabei bin ich mir sicher, dass die Songs die Bären angelockt hätten. (Notiz von Adrian: Ich bin mir sicher, dass die Bären das Weite gesucht hätten, wenn sie diese Lieder hören müssten, so wie ich auch) Als wir die Hoffnung schon bald aufgegeben haben, sahen wir bei einem Spatziergang hinter dem Fluss einen braunen Rücken. Uhhhh, mein Herz rasste gleich ein bisschen höher. Doch als wir näher kamen und den Kopf hinter dem Gestrüp sahen, waren wir leicht enttäuscht, dass es nur ein Bison war. Auf dem Rückweg ins Camp haben wir noch einen Wolf gesehen, der gerade ein Auto vor uns über die Strasse huschte. Also schlussendlich haben wir in diesen beiden Tagen doch sehr viele wilde Tiere gesehen und auch wenn der Bär der knüller gewesen wäre, wäre ich vermutlich vor Angst gestorben :-).
Heute war der letzte Abend an einem schönen Ort, denn die nächsten Tagen werden wir irgendwo an der Autobahn übernachten (also schon in einem Campingplatz). Doch da wir nun 1600 Kilometer bis nach San Francisco zurück legen müssen, bleibt leider nicht mehr viel Zeit um Sightseeing zu machen. Aber der Abstecher in den Yellowstone hat sich defintiv gelohnt. Und wenn es etwas wärmer gewesen wäre tagsüber, wäre es perfekt gewesen. Und es wäre auch schön gewesen, wenn wir noch einen Tag mehr gehabt hätten, damit wir noch eine Wanderung hätten machen können (wobei Adi war glaube ich froh, dass er nicht mehr latschen muss ;-)).
Als wir zurück im Camper waren, wurden wir von unseren Nachbarn noch auf ein Bier eingeladen respk. wir haben es selber mitgebracht, da wir langsam unseren Vorrat aufbrauchen müssen…Als es dann zu kalt wurde draussen, verabschiedeten wir uns und wir genossen den Abend bei ….. genau was sonst: Spaghetti :-). Die Flasche Wein, war dann etwas zu viel. Aber es war ein amüsanter Abend (leider musste ich versprechen, dass ich das Video für mich behalte. Sorry ;-)).

Wetter: wetter
Anzahl Reisetage: 3

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