Yellowstone – San Francisco | 19. – 22.9.2011


Zum ersten mal hatten wir eine richtig schlechte Nacht. Vermutlich lag es am Wein von gestern Abend. Beide waren für zwei Stunden mitten in der Nacht hellwach. Nicht gerade eine gute Voraussetzung für das Vorhaben heute; 6 Uhr aufstehen und ca. 800 – 900 Kilometer fahren. Wäre das wunderschön gewesen, den Sonnenaufgang mal zu erleben. Doch leider entschieden wir uns fürs weiterschlafen – so blieb es einmal mehr nur ein Vorhaben.

Ansonsten gibt es nichts interessantes zu berichten von heute. Ausser dass Adrian mir wieder einmal mehr nicht geglaubt hat. Unser Benzintank war schon relativ leer und wir mussten unbedingt tanken im nächsten Kaff, denn sonst wären es weitere 50 Meilen gewesen und ob wir dies geschafft hätten?
Auf alle Fälle hielten wir bei einer Tankstelle, doch der Preis war enorm hoch. Ich war der Auffassung, dass wir in die nächste Tankstelle um die Ecke gehen. Aber Adrian fuhr einfach wieder auf die Autobahn. Argggg… Zum Glück waren es dann nur 30 Meilen bis zur nächsten Tankstelle. Aber es waren meine längsten 30 Meilen. Ich habe mir schon die Szenarien vorgestellt, wenn wir einfach stehen geblieben wären. Die Strecke wollte einfach nicht enden und das Lämpchen leuchtete schon ewig auf. Gott sei Dank haben wir es an die nächste Tankstelle geschafft. (Notiz von Adrian: Das Lämpchen hat kurz vor der Tankstelle begonnen zu leuchten, somit hat es mehr als locker gereicht, immer dieses Übertreiben :-)) (Gegennotiz von Daniela: Jezt sieht er es wieder locker, aber er war langsam auch etwas nervös).
Da es schon 17 Uhr war, schauten wir uns nach einem Campingplatz um und fanden auch gleich einen. So war das letzte mal waschen angesagt, das nächste mal waschen wir dann schon zu Hause. Wir haben zwar gewusst, dass wir irgendwann wieder eine Stunde dazu gewinnen, aber das dies bereits heute der Fall war überraschte uns. Wir leben nun nach der alten Uhr, so dass wir morgen mal früher aufstehen. Unser Ziel morgen ist wieder etwas näher an San Francisco zu kommen….

Die Nacht war etwas verkorkst. Denn gleich hinter dem Campground war die Zugstrecke. Und jedes mal wenn ein Zug kam (ca. stündlich) hornte der Zug.
Nach weiteren 800 Kilometern trafen wir am heutigen Ziel an. Da dieses Dörflein im Campground-Katalog falsch eingezeichnet war, lag er leider weiter von San Francisco weg als uns das lieb war. Aber wir entschieden uns dennoch hier in Bethle Island zu übernachten. Wir hatten am nächsten Tag ja genügend Zeit, um nach San Francisco zu kommen. Nach dem Nachtessen ging ich auf Haus respektive Camperbesuch, denn wir wollten schon einige Sachen los werden, die wir nicht mehr brauchen werden. Und das war ziemlich einfach die Sachen los zu werden. Habe ein pensioniertes Ehepaar erwischt, welches hier wohnt und so die Lebensmittel natürlich gebrauchen konnte.

Am nächsten Morgen fuhren wir zur Golden Gate Bridge. Da wir sie Mitte August nicht zu Gesicht bekommen haben wegen dem Nebel, versuchten wir es erneut. Von sehr weitem her sahen wir die Brücke fast komplett, doch wir sahen auch, dass der Nebel langsam auf die Brücke zu kommte und wir waren noch eine halbe Stunde von der Brücke entfernt….
Je näher wir kamen, desto mehr hat der Nebel die Brücke eingekleidet. Wir kamen von der Nordseite, es war nur saudumm, dass wir mit dem Camper von dieser Seite her kommend nicht parkieren konnten, so mussten wir über die Brücke fahren. In der Mitte der Brücke, war der Nebel so dicht, dass man wieder überhaupt nichts sah. Also mussten wir bei der Südseite irgendwie kehren, was wegen einer Baustelle nicht ganz einfach war. (Zum Glück war Adrian am steuer, der hatte die engen Spuren im Griff…- ich war schon als Beifahrer ganz verspannt :-)). Nach einem Umweg fuhren wir also wieder zur Nordseite und von dieser Richtung konnten wir auch parkieren. Einen kleinen Spaziergang den Hügel hinauf belohnte uns mit einer super schönen Aussicht auf die halbvernebelte Golden Gate Bridge. Wir hatten schon fast vergessen wie windig und kalt es hier ist :-). Nachdem wir gestern wieder die kurzen Hosen montieren konnten, mussten wir uns also wieder etwas wärmer anziehen.
Adrian wollte unbedingt noch durch Downtown fahren. Doch schon bei der ersten Strasse hiess es, dass über 3-Tönner nicht durchfahren dürfen, so mussten wir einen kleinen Umweg machen. Adrian meisterte dies jedoch (natürlich) ausgezeichnet und so kamen wir bereits früh am Nachmittag beim letzten Campground an, der mitten in einer Vorstadt von San Francisco liegt. Ein bisschen ein Ghetto und es hatte auch sehr viele Langzeitbewohner hier. Wir haben viele Pensionierte getroffen, die freiweillig in einem Camper wohnen, aber hier waren es viele, die es sich anders nicht leisten können und so wenigstens ein Dach über dem Kopf haben. Uns wurde es dann auch zum ersten mal etwas langweillig. Denn die Rucksäcke waren schnell gepackt, da haben wir in der Zwischenzeit ja Routine. Und der dazugekaufte Koffer war auch rasch gefüllt :-). Zum Nachtessen gab es wieder mal Burger und Pommes, allerdings auswärts, da wir bereits die Küche geputzt haben.

Und wir haben es doch noch erlebt, den Sonnenaufgang. Jedoch war dieser so was von unspektaktulär mitten im Ghetto…. Aber wir mussten um 5 Uhr aufstehen, damit wir um 8 bei der Campervermietung waren. Zum Glück konnten wir den Camper ohne Schaden oder technische Defekte zurück geben. Dies war nach der Mongolei und dem Frachtschiff das dritte Mal, wo wir etwas traurig waren weiter zu ziehen. Es war eine richtig coole und superschöne Zeit mit dem Camper. Also wieder etwas mehr, was auf meine Liste kommt, denn Neuseeland, Australien, Canada und Skandinavien wären ja auch noch was für Camperferien :-).
Bei der Abgabe ging alles so rasch, dass wir sogar vor 9 Uhr das Taxi besteigen konnten. Sprich es ist wieder Zeit für eine Taxigeschichte….In der Zwischenzeit hasse ich Taxifahren so richtig. Auch wenn der Fahrer sympatisch aussieht, können wir Gift drauf nehmen, dass wir wieder als unwissende bloody tourist verrarscht werden. Bei der Campingvermietung wurde uns gesagt, dass die Fahrt zum Flughafen $60 kosten wird. Natürlich haben wir als erstes den Taxifahrer gefragt, ob dies so sei. Und natürlich wollte er mehr respk. den Taximeter einstellen, bei welchen wir für diese lange Strecke vermutlich nur verlieren können. So gingen wir mit dem Taxifahrer nochmals zurück zur Campvermietung, welche die Taxizentrale anrief, um zu checken ob die $60 noch ihre Richtigkeit hat. Und natürlich hatte sie noch ihre Richtigkeit. So rief die Taxizentrale den Fahrer an und „klärte“ ihn auf. Und so fuhren wir dann auch für diesen Fixtarif zum Flughafen. Ein Sorry oder so kam natürlich nicht. Aber wir müssen ja nur noch 2 mal Taxifahren in der nächsten Woche…. Vielleicht sind ja in Miami die Taxifahrer netter (wobei: auch wenn die Hoffnung zuletzt stirbt, zweifle ich fest daran). Adrian fand das natürlich alles nicht so schlimm und meinte nur, dass es der Taxifahrer vielleicht wirklich nicht gewusst hatte… (ähm sonst bin doch ich immer so leichtgläubig…)

Auf alle Fälle ging alles so fix, dass wir schon 4 Stunden vor Abflug am Flughafen waren. Der Sicherheitscheck ging auch relativ zügig und so verdruckten wir noch ein richtig amerikanisches Frühstück.

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